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Steuern
HYPO-VERSICHERUNG AG

Thema

Steuern in der Lebensversicherung

Nachfolgend finden Sie nähere Erklärungen zu den in der Lebensversicherung am häufigsten vorkommenden Steuern, wie :

 

Einkommenssteuer

Absetzbarkeit von Versicherungsprämien als Sonderausgaben (§ 18 EStG)

Prämien für Versicherungsverträge, die nach dem 31.12.2015 abgeschlossen wurden, können nicht als Sonderausgaben von der Einkommensteuer abgesetzt werden (Steuerreform 2016).

Prämien für Risikoversicherungen, die bis zum 31.12.2015 abgeschlossen wurden, können letztmals im Rahmen der Veranlagung für das Jahr 2020 als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Prämien für Pensionsversicherungen, die bis zum 31.12.2015 abgeschlossen wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen (Rz 464 Lohnsteuerrichtlinien) letztmals im Rahmen der Veranlagung für das Jahr 2020 als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Bei vorzeitiger Kündigung, Kapitalabfindung, Abtretung der Ansprüche, Wechsel der Versicherungsnehmers oder einer sonstigen Rückvergütung sind die Prämien jedoch nachzuversteuern. Der Nachversteuerungssatz beträgt 30 %.

Versicherungen gegen laufende Prämie
Auszahlungen aus einer Lebensversicherung gegen laufende Prämienzahlung sind ESt-frei.

Versicherungen gegen Einmalprämie
Bei Einmalauszahlung:
Ab einer Laufzeit von 15 Jahren ist die Auszahlung ESt-frei. Bei einer Laufzeit unter 15 Jahren ist die Differenz zwischen einbezahlter Prämie und Auszahlung voll ESt-steuerpflichtig. Das gilt auch bei einer vorzeitigen Auflösung vor Ablauf von 15 Jahren vom Versicherungsbeginn an gerechnet; hier fallen zudem weitere 7% Versicherungssteuer an.
Haben der Versicherungsnehmer und die versicherte Person zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses das 50. Lebensjahr bereits vollendet, beträgt die oben genannte Mindestlaufzeit nur 10 Jahre.

Rentenleistung
Gemäß § 29 EStG werden Rentenleistungen einkommensteuerpflichtig, wenn die Summe der erhaltenen Rentenleistungen den für die Rente geleisteten Kapitalbetrag übersteigt.

Stand per 1.1.2016, Angaben ohne Gewähr.

Erbschafts- und Schenkungssteuer

 

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wurde mit 1. August 2008 aufgehoben. Versicherungsunternehmen sind nach wie vor verpflichtet, Auszahlungen der Versicherungsleistung an eine andere Person als den Versicherungsnehmer zu melden.

Schenkungsmeldepflicht für Schenkungsgeber bzw. Empfänger:

Schenkungen zwischen Angehörigen ab einer Wertgrenze von EUR 50.000,-/Jahr (zwischen Nichtangehörigen bereits ab EUR 15.000,-) müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Die Meldung muss durch den Versicherungsnehmer oder den Bezugsberechtigten erfolgen.

 

Alte Regelung VOR dem 1.8.2008:

Der Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegen der Erwerb von Todes wegen und die Schenkung unter Lebenden. Die fällige Versicherungsleistung ist dann erbschafts- oder schenkungssteuerpflichtig, wenn sie nicht an den Versicherungsnehmer ausbezahlt wird. Die Erbschafts- und Schenkungssteuersätze sind gleich hoch.

In der Lebensversicherung kann diese unter folgenden Voraussetzungen anfallen:

  • Die Leistung soll nicht an den Versicherungsnehmer ausbezahlt werden, sondern an einen Dritten (im Ablebensfall, im Erlebensfall oder im Falle des Rückkaufes).
  • Änderung des Versicherungsnehmers 

  • In diesen Fällen ist das Versicherungsunternehmen verpflichtet, eine Meldung an das zuständige Finanzamt zu schicken.

Versicherungssteuer

Grundsätzlich beträgt die Versicherungssteuer bei Lebensversicherungen 4 % der vorgeschriebenen Prämie. Die Steuer wird vom Versicherer eingehoben und an die zuständige Finanzbehörde abgeführt.

Unter bestimmten Voraussetzungen beträgt die Versicherungssteuer bei Kapitallebensversicherungen 11 %:

Einmalerlag mit weniger als 15 Jahren Laufzeit
Wird ein Vertrag mit einer „im Wesentlichen nicht laufenden Prämie“ (Einmalprämie) bezahlt, sollte die Laufzeit mindestens 15 Jahre betragen. Je nach Annahmerichtlinie werden auch keine kürzeren Laufzeiten akzeptiert.

Änderung gemäß "Abgabenänderungsgesetz" für Verträge ab 1.3.2014:
Sind der Versicherungsnehmer und die versicherte Person zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zumindest 50 Jahre alt, gilt eine verkürzte steuerliche "Mindestlaufzeit" von nur 10 Jahren (statt 15 Jahren).

Bei Laufzeiten unter 15 Jahren bzw. 10 Jahren ist eine VSt in Höhe von 11 % zu bezahlen.

Nachversteuerung
Wird ein Vertrag mit einer Einmalprämie innerhalb der ersten 15 Jahre rückgekauft, müssen weitere 7 % der Prämie vom Rückkaufswert abgezogen und an die Finanzbehörde abgeführt werden.

Änderung gemäß "Abgabenänderungsgesetz" (gültig seit 1.3.2014): Waren der Versicherungsnehmer und die versicherte Person zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zumindest 50 Jahre alt, gilt eine verkürzte steuerliche "Mindestlaufzeit" von nur 10 Jahren (statt 15 Jahren).

Weiters gibt es eine Richtlinie des Bundesministeriums für Finanzen, in welchen Fällen es noch zu einer Nachversteuerung kommen kann:

Laufzeit kleiner als 15 Jahre und Prämienzahlungsdauer kleiner als die Laufzeit
Beträgt die Laufzeit weniger als 15 Jahre und ist die Prämienzahlungsdauer niedriger als die Vertragslaufzeit, so müssen ab Vertragsbeginn 11 % VSt bezahlt werden.

Beträgt die Laufzeit weniger als 15 Jahre und ist die Prämienzahlungsdauer gleich lang, sind ab Vertragsbeginn nur 4 % VSt zu bezahlen.

Wichtiger Hinweis zur Versicherungssteuer:

Wird ein Vertrag mit laufender Prämienzahlung und einer Laufzeit von zumindest 15 Jahren (bzw. zumindest 10 Jahren, wenn der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss das 50. Lebensjahr vollendet hatte)

-  innerhalb von 3 Jahren nach Vertragsabschluss für mehr als 1 Jahr prämienfrei gestellt oder wird die Prämie um mehr als die Hälfte reduziert,

-  und wird der Vertrag in weiterer Folge vor Ablauf von 15 Jahren (bzw. 10 Jahren, wenn der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss das 50. Lebensjahr vollendet hatte) rückgekauft,

hat dies eine Nachversteuerung in Höhe von 7% der einbezahlten Prämiensumme zur Folge. Sofern diese Voraussetzungen eintreten, sind wir verpflichtet, die nachträglich anfallende Versicherungssteuer einzubehalten und abzuführen.

Wird ein Vertrag mit laufender Prämienzahlung und einer Laufzeit von weniger als 15 Jahren (bzw. weniger als 10 Jahren, wenn der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss das 50. Lebensjahr vollendet hatte)

-  innerhalb von 3 Jahren nach Vertragsabschluss für mehr als 1 Jahr prämienfrei gestellt oder wird die Prämie um mehr als die Hälfte reduziert,

hat dies eine Nachversteuerung in Höhe von 7% der einbezahlten Prämiensumme zur Folge. Sofern diese Voraussetzungen eintreten, sind wir verpflichtet, die nachträglich anfallende Versicherungssteuer einzubehalten und abzuführen.